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Beiträge und Pressemitteilungen zum Generalfeldmarschall Graf Neidhardt von Gneisenau

Die Belagerung der Festung Cosel 1807

Geschrieben von Dr. Frank Bauer

Am 26.2. begann das Schießen um 3.00 Uhr morgens und dauerte 2 Stunden. Eine Bombe schlug im Minoritenkloster ein, das als Lazarett diente. Sie drang durch das Gewölbe in eine Zelle, wo sich 4 Kranke und 1 Wärter befanden, blieb dort auf der Diele liegen. Die Leute sahen, wie der Zünder brannte, aber nur der Wärter konnte den Raum rasch verlassen ehe diese explodierte. Das Geschoß zerschmetterte Ofen, Tür und Fenster und riß acht Löcher in die Wand. Wie durch ein Wunder blieben die Kranken unverletzt. Ein anders Geschoß traf 4.00 Uhr das Haus des Töpfermeisters Tellmann und tötete eine Person. In der Kobelwitzer Redoute wurde der Kommandant, Hauptmann v. Wostrowski, von einer Granate zu Boden gerissen, trug aber nur starke Prellungen davon.

Die preußische Artillerie schoß fast den ganzen Tag. Zur Unterstützung der Artilleristen, die mit ihren viel zu wenigen Soldaten schwersten Dienst verrichten mussten und die kaum von den Wällen herunterkamen, hatte der Kommandant 50 „Eisbauern“ beordert. Zeitgleich wurde an der Ausbesserung der Schäden an den Werken gearbeitet.

Am 27.2. dauerte der feindliche Beschuß von früh 2 Uhr bis mittags 12 Uhr mit nur 1 Stunde Pause dazwischen. Um 16.00 Uhr begann er erneut bis 22.00 Uhr. Besonders litten an diesem Tag die Reinschdorfer Bastion, wo Oberst v. Neumann seine Unterkunft hatte, das Ratiborer Tor und die Kobelwitzer Redoute. In dieser wurden 3 Geschütze zerstört. Wieder gab es 2 Tote und zahlreiche Verwundete.

Am 28.2. dauerte das Bombardement von 2.00 Uhr bis 5.00 Uhr morgens. Aufflammende Brände konnten rasch gelöscht werden. Auf der Wiegschützer Redoute wurde 1 Mann getötet. Gegen 11.00 Uhr erschienen vor dem Ratiborer Tor zwei Parlamentäre, die man zur Wiegschützer Barriere umleitete. Es waren der bayerische Generalmajor Raglowich und der französische Rittmeister Duponton. Der erkrankte Oberst v. Neumann schickte 2 Offiziere. Die Parlamentäre aber verlangten den Kommandanten oder den ältesten Stabsoffizier zu sprechen. Daraufhin wurde Major du Thon geschickt. Die Parlamentäre durften die Stadt nicht betreten und übergaben die Kapitulationsaufforderung Deroys an die Preußen. Bis 10.00 Uhr am folgenden Tag sollte eine Antwort erfolgen. Major Thon aber erklärte schon jetzt, daß man nicht kapitulieren werde und die Feindseligkeiten fortsetze, was auch die Gegner tun sollten. Die Preußen schossen weiter, während die feindlichen Geschütze an diesem Tag schwiegen, da sie wieder mit steigendem Hochwasser zu kämpfen hatten. Erst am folgenden Tag früh gegen 3.00 Uhr begannen sie erneut mit ihrem Beschuß. Noch in der Nacht formulierte der kranke Oberst v. Neuman die Ablehnung des Kapitulationsangebotes, das dann dem Gegner übermittelt wurde. General Deroy unterließ dann weitere Kapitulationsaufforderungen.

Als die beiden Überbringer der Antwort wieder zurück waren, begann gegen 12.00 Uhr erneut die gegenseitige Kanonade. Bis zum 1. März waren weitere 35 Mann desertiert. 310 Militärangehörige und 56 Eisbauern waren krank. Gestorben waren bis zu diesem Tag 35 Mann.

Am 2.3. begann der Beschuß gegen 1.00 Uhr nachts und dauerte bis 5.00 Uhr. Nach 2 ½ Stunden wurde er bis 14.30 Uhr fortgesetzt. Gegen Morgen fiel eine Bombe ins Minoritenkloster, richtete aber nur Sachschaden an. In der Stadt gab es kein Haus, das nicht beschädigt war; viele waren bereits eingestürzt.