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Beiträge und Pressemitteilungen zum Generalfeldmarschall Graf Neidhardt von Gneisenau

Die Belagerung der Festung Cosel 1807

Geschrieben von Dr. Frank Bauer

Prinz Biron von Kurland überbrachte am 20. März 10.000 Dukaten zum Kommandanten. Am 1. April lieferte der Kreisdirektor v. Lüttwitz 8.600 Dukaten, die beim Steueramt deponiert wurden.

Dann wurde der Bericht über die Belagerung durch den Leutnant v. Neumann an den König abgesandt, Graf Götzen über die Situation der Festung unterrichtet. Einige Bewohner, darunter alle jüdischen Einwohner, verließen die Stadt.

Anfang April war die Zuschüttung der feindlichen Laufgräben und die Abtragung der Verschanzungen auf dem rechten Oderufer beendet. Die Festung war einigermaßen verproviantiert. Die Reiterei war verstärkt worden, da etliche Husaren und Kürassiere eingetroffen waren. Die Wälle waren ausgebessert und man sah der Zukunft mit einem gewissen Vertrauen entgegen. Die übrige Besatzung blieb aber schwach und in der Masse unzuverlässig. Zunehmende Krankheiten verringerten die Zahl der Dienstfähigen weiter. Ende März lagen 24 Offiziere, 26 Unteroffiziere, 554 Gemeine und 41 Eisbauern krank im Lazarett, 200 Genesene waren noch nicht dienstfähig.

Anfang April trafen beim Feind Verstärkungen ein, die zunächst rücksichtslos Schlachtvieh und Lebensmittel requirierten, vor allem im Kreis Ratibor. Dann gingen sie daran, das rechte Oderufer wieder zu besetzen. Am 4. April erschien der bayrische Major v. Wreden mit einem Bataillon, 45 Reitern und einem Geschütz in Wielmierzowitz und Januschkowitz und schob Vorposten bis zur Oberförsterei Klodnitz vor. Ein erneute Einschließung von Cosel war nun in wenigen Tagen zu erwarten. Leutnant v. Witowski führte deshalb am 5. April mit 50 Husaren, 10 Kürassieren und 25 Jägern einen Vorstoß nach Gleiwitz, um dort Insurgenten zu vertreiben. Einzelne Bauern kamen noch in die Stadt und verkauften Lebensmittel. Aber am 7. April war Cosel wieder vollständig von feindlichen Truppen eingeschlossen. Der zweite Teil der Leidensgeschichte der Stadt begann.

Der Feind verzichtete nun auf eine förmliche Belagerung und versuchte es mit einer Einschließung, um durch Hunger die Übergabe zu erzwingen. Cosels Lage erwies sich für eine Einschließung als sehr günstig, denn es brauchten nur wenige Wege stark besetzt zu werden, da das sumpfige Terrain vor der Stadt, dessen Zustand durch das aufgestaute Wasser während der Belagerung sich verschlimmert hatte, jede Verbindung mit der Stadt außerhalb der Wege unmöglich machte. Der Feind besetzte Klodnitz, Kobelwitz, Reinschdorf, Wiegschütz und Rogau und hatte damit jeden Zugang zur Festung in der Hand. An den Eingängen der Dörfer wurden Schanzen und Barrikaden errichtet, alle Brücken über die Bäche und Wasserläufe abgebrochen und die Verbindung zwischen den beiden Oderufern durch Fähren bei Krappitz und Deschowitz hergestellt. Am 8. April trafen weitere Verstärkungen ein, deren Kommando am rechten Oderufer Oberstleutnant Graf Taxis übernahm.