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Beiträge und Pressemitteilungen zum Generalfeldmarschall Graf Neidhardt von Gneisenau

Die Belagerung der Festung Cosel 1807

Geschrieben von Dr. Frank Bauer

Der Wasserstand der Oder war in diesen Tagen so niedrig, daß sie durchwatet werden konnte. Die Festungsgräben waren nur noch zu Hälfte mit Wasser gefüllt.

Am 16. Juni kam der Erbprinz von Hohenzollern-Hechingen in Begleitung des preußischen Rittmeisters v. Derschau, des Adjutanten des Generalgouverneurs Graf Götzen, wieder nach Cosel. Dieser hatte mit den Franzosen über einen Waffenstillstand verhandelt, der aber nur gewährt werden sollte, wenn Cosel bis zum 18. Juni übergeben wäre.
Am 18. Juni ging aus Breslau die Ratifikation der Übergabeurkunde ein. Am nächsten Tag berichtete Oberst v. Puttkammer dem König von der Kapitulation und von den Umständen ihres Zustandekommens Diese Meldung wurde sofort mit einem Boten abgesandt. Der König billigte später alle getroffenen Maßnahmen und sprach dem Oberst sowie den Hauptleuten Keibel und Le Bauld de Nans seine Zufriedenheit und Anerkennung aus.

Der Feind ließ nun einige Erleichterungen zu. Die Wasserzufuhr für die Kuckelsmühle wurde wieder freigegeben, so daß wieder gemahlen werden konnte. Auch etwas Proviant kam in die Stadt und Arzneimittel wurden geliefert, denn es gab immer noch über 400 Kranke.
Am 6. Juli kam der zum Grafen Götzen nach Glatz gesandte Offizier zurück, mit ihm der im April zum König gesandte Leutnant v. Neumann mit einem Schreiben an den verstorbenen Oberst v. Neumann. Er lobte darin den Oberst für die Verteidigung Cosels und ernannte ihn zum Generalmajor. Den Bürgern versprach er Unterstützung beim Wiederaufbau ihrer Häuser.

belagerung-cosels Die Belagerung Cosels 1807 (Gemälde von W. v. Kobell)

Man erfuhr nun auch von dem am 28. Juni in Tilsit abgeschlossenen Waffenstillstand zwischen Preußen und Frankreich. In den Bestimmungen dieses Waffenstillstandes hieß es, daß während der Dauer hinsichtlich der schlesischen Festungen alles so bleiben sollte, wie es am 25. Juni gewesen sei. Oberst v. Puttkammer ließ das den Belagerern mitteilen, die aber damit nicht einverstanden waren und die Übergabe unbedingt am 16. Juli haben wollten. Sie stellten die Arzneimittellieferungen ein und umschlossen die Festung noch enger.