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Beiträge und Pressemitteilungen zum Generalfeldmarschall Graf Neidhardt von Gneisenau

Die Belagerung der Festung Cosel 1807

Geschrieben von Dr. Frank Bauer

Die Garnison bestand zu Beginn der Belagerung aus 4.249 Mann, 6.000 hätten es sein sollen. Den Stamm bildeten das 3. Musketierbataillon v. Pelchrzim mit 9 Offizieren und 911 Mann sowie das 3. Musketierbataillon v. Sanitz mit 15 Offizieren und 921 Mann. Die brauchbaren Leute beider Bataillone waren bei Beginn der Mobilmachung den beiden 1. Bataillonen ihrer Regimenter zugewiesen worden. Was zurückblieb, war wenig wert und unzuverlässig und wurde mit ebenso unzuverlässigen, gewaltsam ausgehobenen Leuten oder mit wieder eingezogenen alten und ausgedienten Soldaten aufgefüllt.

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Weiterhin gehörten zur Garnison die beiden Nationalbataillone Falkenstein und Hahn mit je 14 Offizieren und 796 Mann. Diese Bataillone waren erst neu gebildet, hatten zum Teil weder Waffen noch Uniformen und galten als absolut unzuverlässig. Ihre Führer - die drei Hauptleute Wostrowski, Caspary und Lüttwitz – waren  aber sehr tüchtig.
Das Dragonerdepot v. Osten zählte 1 Offizier und 82 Mann. Man hatte den Leuten die Pferde abgenommen, damit sie nicht desertierten. Außerdem existierte das Kürassierdepot v. Bünting mit 2 Offizieren und 141 Mann, von denen allerdings nur 40 beritten waren.

In der Festung gab es 139 Artilleristen mit 5 Offizieren. Zu ihrer Verstärkung hatte man 160 Infanteristen kommandiert, sowie 165 Rekruten, die als Handlanger und Trainknechte verwendet wurden. Kommandeur der Artillerie war Oberst v. Puttkammer, damals bereits 71 Jahre alt.
Außerdem gab es in Cosel noch zwei Invalidenkompanien mit 4 Offizieren und 118 Mann, die für den eigentlichen Dienst kaum brauchbar waren, sowie 3 Ingenieuroffiziere mit 20 Mineuren.

Die Festungswerke waren mit 229 Geschützen versehen, deren Lafetten teilweise schlecht waren. Geschosse gab es genügend, nur das Pulver war knapp. Es sollen 1.000 Zentner an der vorschriftsmäßigen Menge gefehlt haben. Proviant gab es nur für zwei Monate. Da die Besatzung aber nur 2/3 der vorgesehenen Stärke betrug, konnte der Vorrat drei Monate reichen.