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Beiträge und Pressemitteilungen zum Generalfeldmarschall Graf Neidhardt von Gneisenau

Letzte Ruhe nach 251 Jahren - Zeitungsbericht

Geschrieben von Super User

Mit einer feierlichen Zeremonie im Gneisenau-Mausoleum wurden am 25.08.2011 die Gebeine des preußischen Generalfeldmarschalls Neidhardt von Gneisenau erneut – hoffentlich nunmehr zur endgültigen – Ruhe gebettet. Sarg und Sarkophag waren während der vergangenen Monate aufwändig restauriert worden. Rund 70 Ehrengäste und Interessierte begleiteten das Geschehen an der Grabstätte, darunter auch ein Nachfahre Gneisenaus. Die Wiedereinsegnung nahm Pfarrer Müksch aus Eilsleben vor.

1841, zehn Jahre nach seinem Tod, fanden die sterblichen Überreste des Neidhardt von Gneisenau ihre letzte Ruhe im eigens für ihn errichteten Grabmal in Sommerschenburg. Doch wurde diese Ruhe des öfteren gestört. Einbrüche bis hin zur Brandstiftung am originalen Eichensarg von 1831 hinterließen ihre Spuren. Zudem nagte nach über 170 Jahren der Zahn der Zeit an der Gruft.

Die Gneisenau-Gesellschaft als Verein, der sich dem ideellen Erbe des Heeresreformers verschrieben hat, konnte aufgrund der Verbindungen ihres Vorsitzenden, Dr. Frank Bauer, die finanziellen Mittel für die Restaurierung von Mausoleum und Sarkophag auftreiben. Man war komplett auf Spenden oder Projektförderungen (die es aber nicht gab) angewiesen. Mit der Unterstützung zweier privater Stiftungen konnte die Gesamtmaßnahme nun abgeschlossen werden. Als letzte Etappe und nicht ohne weitere Hindernisse wurden seit vorigem Jahr der äußere Prunksarkophag und der feuergeschädigte Eichensarg restauriert. Die infolge der Einbrüche total durcheinander gewirbelten  Gebeine Gneisenaus wurden von einem Bestatter  in einem Zinksarg wieder zum Skelett zusammengefügt und der Zinksarg verlötet. Dieser befinden sich jetzt im Eichenholzsarg, und beide nun im restaurierten Prunksarkophag.

"Wir haben jetzt nahezu den Ursprungszustand wiederherstellen können", erklärte Dr. Frank Bauer, Vorsitzender der Gneisenau-Gesellschaft. "Nachdem die erste beauftragte Werkstatt an der Aufgabe gescheitert war, lieferte die Werkstatt Sebastian Anastasow aus Hundisburg nun eine perfekte Arbeit ab." Als i-Tüpfelchen ziert nun auch das verlorengeglaubte Familienwappen den Sarkophag. Dr. Bauer hatte bei Recherchen einen Gipsabguss davon wiedergefunden, der in einer Metallwerkstatt die Basis für einen Neuguß bildete. Rund 30.000 Euro wurden in die Herrichtung der Hüllen investiert, mehr als das dreifache in die Sanierung des Mausoleums insgesamt.

Kritik übte Dr. Frank Bauer an der "offensichtlichen Interessenlosigkeit der staatlichen Stelle, die natürlich auch keinerlei finanzielle Unterstützung leisteten, was das Wirken und Erinnern an den "Vorreiter der Demokratie" anbelange." Immer wieder müssen wir uns damit abfinden, ignoriert zu werden", so Bauer, "dabei sind Gneisenau und seine Gedenkstätte von nationaler und europäischer Bedeutung."